29. November 2010
 

 

Kurzbahn EM, Eindhoven NL

Erster Einsatz für Julia Hassler bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in Eindhoven (NL). Über ihre Paradestrecke, 800 Meter Freistil, kam die Schellenbergerin in 8:42,44 Minuten auf den 12. Platz.

Hassler, die durch ihre Meldezeit von rund 8:34 Minuten im zweiten Lauf am Nachmittag dran war, startete beherzt in ihre zweite Europameisterschaft nach Istanbul 2009. Nach 100 Metern lag sie super im Wasser, nur eine halbe Sekunde hinter der führenden Tjasa Oder (Slo) die am Ende auf den 5. Platz schwamm. Doch das war zu schnell angegangen, wie sich herausstellen sollte. Die 17-Jährige musste, ebenso wie ihre Schweizer Teamkolle-gin Swann Oberson, abreissen lassen und war nach dem Rennen sichtlich enttäuscht. «Ich bin zu schnell angegangen, da ich mit den anderen Mädels mitschwimmen wollte. Leider konnte ich das Tempo schon früh nicht mehr halten», erklärte die Maturantin traurig.

Die Enttäuschung war auch deshalb so gross, da sich die Liechtensteiner Topschwimmerin eine Verbesserung ihrer persönlichen Bestzeit und Landesrekord von 8:33,81 Minuten, geschwommen in Istanbul vor zwei Jahren, als Ziel gesetzt hat. Doch davon war sie weit entfernt - satte neun Sekunden. «Ich bin überhaupt nicht in den Rhythmus gekommen. Es ging überhaupt nichts,», so Hassler nach dem Rennen. «Eine spezielle Taktik habe ich mir für das Rennen nicht zurechtgelegt. Ich wollte einfach mit den anderen mitschwimmen und meine Bestzeit unterbieten. Doch das hat ja nicht geklappt.» Auch das Prestigeduell gegen Oberson ging zu Ungunsten Hasslers aus. Und das, obwohl die Schweizer Meisterin auch nicht gerade besonders schnell im Wasser unterwegs war (8:36,82). «Es ging einfach nicht», konnte sich die Unterländerin nur wiederholen.Obwohl Hassler bereits ihre zweite EM bestreitet, fühlt sie sich immer noch als «Küken» unter all den Stars des europäischen Schwimmsports. Auch im Vergleich zu ihrem grossen Vorbild, der Italienerin Federica Pellegrini, die sich den EM-Titel in Eindhoven holte. Allerdings auf kuriose Art und Weise. Denn Pellegrini musste, da sie keine Richtzeit angegeben hatte, bereits am Morgen im Lauf der schwächeren Schwimmerinnen ran. Und schwamm bereits da die beste Zeit aller 14 Teilnehmerinnen.

«Es schaut bei ihr einfach locker aus. Dennoch kann sie ein hohes Tempo schwimmen und richtig Gas geben», bewundert Hassler an ihrem Vorbild. «Und dass sie im sogenannten Vorlauf so stark geschwommen ist und gewonnen hat, zeigt ihre Klasse.»Für Hassler ist die EM, trotz des für sie suboptimalen Beginns eine Herausforderung und bringt ihr auch neue Erfahrungen. Mehr jedenfalls, als die Jugend-Olympiade in Singapur dieses Jahr: «Allein, dass ich mit den Stars mitschwimmen kann, bringt mir sehr viel und ist auch bedeutender. Die Jugendspiele waren auch gut, aber das hier ist eine andere Liga. Denn hier schwimmt man mit den Leuten, die man sonst im TV bewundert.»Bereits heute steht der zweite Auftritt im EM-Pool von Eindhoven für Hassler auf dem Programm. Über 400 Meter Freistil will sie sich für ihren 800-Meter-Auftritt rehabilitieren.

(Quelle: Liechtensteiner Volksblatt Ausgabe 27. November 2010)


Auch bei ihrem zweiten Auftritt an der Kurzbahn-Europameisterschaft im holländischen Eindhoven blieb Julia Hassler unter ihren Möglichkeiten. Über 400 m Kraul belegte sie in 4:17,00 Minuten den 20. Schlussrang.

«Das war nicht so gut», beurteilte Liechtensteins Vorzeigeschwimmerin JuliaHassler ihr Abschneiden über 400 m Freistil. In einer Zeit von 4:17,00 Minuten belegte sie den 20. Schlussrang. Vorgenommen hatte sich die Schellenbergerin eigentlich, an ihre persönliche Bestzeit heranzuschwimmen respektive diese gar zu verbessern, doch am Ende verpasste sie die anvisierte Marke um knappe 2,3 Sekunden.

Wie schon am Freitag über 800 m fand die Liechtensteinerin «nie richtig meinen Rhythmus», alles sei ein wenig zu langsam gewesen. «Da sind schnell ein paar Sekunden weg.» Als möglichen Grund gibt Hassler die kurze Ruhepause zwischen ihren Renneinsätzen an: «Am Freitag um 17 Uhr schwamm ich die 800 m Kraul, am nächsten Morgen um 9 Uhr standen bereits die 400 m auf dem Programm.» In der Tat habe sie sich vor ihrem zweiten Auftritt ein wenig müde gefühlt.

Allzu enttäuscht verlässt die Schellenbergerin Holland trotz mässiger Ergebnisse nicht. «Ich konnte auch einige positive Dinge mitnehmen und hoffe jetzt einfach, dass es an der Weltmeisterschaft in Dubai dann besser klappt.» Die globalen Kurzbahn-Titelkämpfe steigen vom 15. bis 19. Dezember.

(Quelle: Liechtensteiner Volksblatt Ausgabe 29. November 2010)